Hl. St. Bonifatius

Aus der Geschichte des Namenspatrons unserer Schule

Winfried Bonifatius - Apostel der Deutschen

(672 Wessex - 754 Dokkum Friesland)

Winfried, wie er zunächst hieß, wurde in den Benediktinerklöstem Exeter und Nursling im Königreich Wessex erzogen. Dort lernte er die irische Bildungstradition kennen und wollte Missionar werden. Er verbrachte die erste Hälfte seines Lebens in England, die zweite auf dem Kontinent. In einigen seiner Briefe vergleicht er sein Leben mit einer Fahrt "in einem brüchigen Schiff auf sturmbewegter See." Als er beschloss, als Missionar übers Meer zu gehen, hatte er als Lehrer und Prediger schon großes Ansehen gewonnen. Seine ersten Missionsversuche in Friesland von 716 waren jedoch erfolglos. In Rom betraute ihn 719 Papst Gregor II. mit der Germanenmission und gab ihm den Namen Bonifatius. Kurze Zeit arbeitete er in Thüringen. Schon 721 wandte er sich Missionsaufgaben in Hessen zu. Er wirkte hauptsächlich in den Gebieten, die der fränkischen Herrschaft unterstanden und gründete viele Klöster. Amöneburg und Fritzlar waren die ersten.
722 wurde Bonifatius in Rom zum Bischof geweiht.
Ein Schutzbrief Karl Martells 723 und die apostolische Vollmacht des Papstes schufen weitere günstige Voraussetzungen für die Bekehrungsarbeit. Als Bonifatius 724 bei einer Missionsreise in Hessen bei Geismar die dem Gott Donar geweihte Eiche fällen ließ und der Germanengott Donar dies nicht rächte, ließen sich Tausende von Heiden taufen.
Die Hauptleistung des Bonifatius bestand jedoch darin, dass er mit seinen Helfem Hunderttausende von Getauften zu bewussten Christen gemacht hat. Der raschen Bekehrung folgte die langsame Erziehung zum Christen. Das brachte ihm den Namen "Apostel der Deutschen" ein.
Bonifatius erweiterte seinen Wirkungskreis auf Thüringen und gründete dort das Kloster Ohrdruf. Auch Frauenklöster wurden gegründet. Das Lieblingskloster wurde für ihn Fulda, eine Hochburg der Wissenschaft und Kunst und Literatur. 732 wurde er von Papst Gregor III. zum Missionserzbischof ernannt. 737 bekam er vom Papst den Auftrag, die bayrische Kirche zu organisieren. Er errichtete die Bistümer Freising, Passau, Regensburg und Salzburg, später Eichstätt, Würzburg und Erfurt. Die Söhne Karl Martells beauftragten ihn damit, die fränkische Landeskirche zu reformieren. So kam er nach Mainz.. In den Reichsannalen Karls des Großen steht, dass Bonifatius den ersten Frankenkönig Pippin zum König gesalbt hat. Wegen Schwierigkeiten mit den fränkischen Herrschern zog sich Bonifatius dann aber oft ins Kloster Fulda zurück.
Als Achtzigjähriger entschloss er sich, das Bekehrungswerk in Friesland, das seit Willibrords Tod ins Stocken geraten war, wieder aufzunehmen und zu einem glücklichen Ende zu bringen. Da er vermutete, dass er nicht mehr zurückkehren würde, ließ er in sein Gepäck, außer den Büchern auch ein Leinentuch, packen und bestimmte, dass er nach seinem Tod in Fulda begraben sein wollte.
Sein Wirken bei den Friesen am Zuidersee und in Utrecht war sehr erfolgreich. Aber als er im Frühjahr 754 viele Neugetaufte zur Firmung erwartete, stürzten Banditen ins Lager und machten alle nieder. Bonifatius hielt bei seiner Ermordung schützend ein Buch über seinen Kopf. Dieses Buch kam mit dem Leichnam des Heiligen nach Fulda, wo man es heute noch sehen kann. Es ist ein Pergament-Codex theologischen Inhalts und zeigt deutliche Spuren von scharfen Schwerthieben.
Am 5. Juni, seinem Todestag, feiern wir sein Namensfest